Bis zur 1925 von der faschistischen Regierung erzwungenen Einverleibung war Gries eine eigene Marktgemeinde und ein angesehener Luftkurort mit zahlreichen Hotels, Villen, Gärten und Reblandschaften. Von besonderem naturalistischen Interesse ist die Guntschnapromenade mit ihrer reichen mediterranen Flora. Zentrum ist der Grieser Platz welcher an der rechten Seite vom Gebäudekomplex der Benediktiner Abtei abgegrenzt wird. Dieses Kloster, um 1406 von den Augustiner Chorherren bewohnt, wurde während des Bauernkrieges (1525) und der napoleonischen Kriege schwer heimgesucht. 1807 wurde es von der bayrischen Regierung säkularisiert und 1845 schenkte es der österreichische Kaiser den Benediktinerpatres aus Muri in der Schweiz, welche von dort vertrieben worden waren. Den ältesten Teil des Klosters stellt die im 12. Jh. von den Grafen Morit-Greifenstein errichtete Burg dar, dessen Hauptturm als Glockenturm der Kirche dient und in dem sich heute eine der schwersten Glocken unseres Landes befindet.
Die Klosterkirche des hl. Augustin wurde 1769-71 in barockem Stil gebaut. Im Inneren sind das Gewölbe sowie die Kuppeln mit zahlreichen Fresken von Martin Knoller geschmückt, der auch die Altarbilder der Seitenaltare gemalt hat.
Etwas nördlich vom Grieser Platz steht die Alte Grieser Pfarrkiche (geöffnet von April bis Oktober :Mo-FR: 10.30-12 Uhr & 14.30-16 Uhr), ein spätgotischer Bau (Anfang 15. Jahrhunderts), welcher zwei außergewöhnliche Kunstschätze birgt: den Flügelaltar von Michael Pacher und das romanische Holzkruzifix aus dem 13. Jahrhundert. Der Pacheraltar ist ein Kleinod heute noch erhaltener gotischer Schnitzkunst. Vom Kruzifix nimmt man an, dass es ausländischer Herkunft ist und möglicherweise aus dem nordfranzösischen Raum stammt. An der Stelle, an welcher heute die Kirche steht, gab es in römischer Zeit eine Siedlung, welche "Keller" oder "Chellare" genannt wurde; sie erhielt später den Namen "Gries", d.h. Sand, Kies. Bis 1908 befand sich in der Nähe der Kirche das Weingut des Freisinger Bischofs (Bayern).
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