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Nachfolgend zwei Wandervorschläge rund um Bozen. Nähere Informationen erhalten Sie direck beim Informationsbüro, Tel. +39 0471 978397, info@bolzano-bozen.it

Vorschlag 1.

Bozen – Sarnthein – Stoanerne Mandln
Von Bozen aus erreichen wir das Sarntal. Am Taleingang sehen wir rechter Hand die imposant aufragenden Mauern von Schloss Runkelstein, weiter links die Ruinen von Schloss Rafenstein und unter der Fahrstraße Schloss Ried. Im ersten Teilstück der Straße treffen wir auf eine Reihe von Tunnels. Zwischen dem vierten und fünften Tunnel sehen wir die Ruine von Schloss Fingeller und auf der anderen Talseite auf einem Felsvorsprung Schloss Wangen - Bellermont.  In Bundschen (15 km) wird das Tal weiter und öffnet sich zu einem lieblichen Talkessel, in dem der Ort Sarnthein liegt (961 m; Hauptort des gleichnamigen Tales; größte Gemeinde Südtirols mit 30.250 Hektar). Trotz der Nähe zu Bozen haben die Talbewohner ihre überlieferten Bräuche und Traditionen bewahrt und tragen noch häufig die Tracht. Dies wohl auch deshalb, weil das Tal bis zum Jahr 1930 von allem Verkehr abgeschlossen war und jeder Gang in die Stadt mit einem langen und mühevollen Fußmarsch verbunden war. Im Tal gibt es noch altes Handwerk wie die Federkielstickerei. Aus Pfauenfedern werden schmale Streifen geschnitten und damit werden die ledernen Leibbinden und die Hosenträger der Tracht bestickt, aber auch Geldbörsen, Schuhe und andere Gebrauchsgegenstände.
Weitum bekannt sind auch die Sarner Janker, welche von den Bäuerinnen aus Schafwolle gestrickt werden, die „Potschn“ oder „Toppar“ (Filzpantoffeln) und die Reggelen (Pfeifen aus Holz). Sehr beliebt sind auch gedrechselte Holzschüsseln und –teller, Tabakschachteln und anderes.
Im Dorf angekommen, folgen wir der Straße mit der Markierung Sarner Skihütte (1614 m) und Gasthof Auenerhof. Hier beginnt unsere Fußwanderung. Über Almwiesen und durch Alpenrosen führt uns der Weg in kurzer Zeit zur Auener Alm (1798 m) und weiter zum Auener-Joch (1926 m). Von hier aus sehen wir bis hinauf zu den Vinschgauer Gletschern und hinüber in die Dolomiten. Jetzt folgen wir der Markierung P und erreichen über einen Wiesenpfad in etwa 30 Minuten den Bergrücken, auf dem die Stoanernen Mandln (2001 m) stehen, mysteriöse Wächter aus übereinander geschichteten Steinen, die seit dem 16. Jahrhundert nachweisbar sind und wo sich, einer Sage aus der Gegend zufolge, die Hexen aus der Umgebung versammelten.
Von hier hat man einen herrlichen Ausblick auf die Dolomiten, die Vinschgauer Alpen und die Ortlergruppe. Zuerst über einen schlecht erkennbaren Steig und dann über einen bequemen Weg (Markierung P) gehts jetzt 1,5 Stunden bergabwärts zum Putzenkreuz (1600 m) und dann über den Weg Nr. 5 in etwa 1,15 Stunden zurück nach Sarnthein. Wer sein Auto auf der Sarner Skihütte gelassen hat, muss im Taxi dorthin zurück oder mit dem Linienbus, falls dieser im Betrieb ist. (Info: Tourismusverein Sarntal Tel. +39 0471 623091).

Gesamtgehzeit: von der Sarner Skihütte aus ca. 4 Std.;
Höhenunterschied: Sarner Skihütte – Stoanerne Mandln: + 385 m; Stoanerne Mandln – Putzenkreuz – Sarnthein: - 1013 m;
Besonders empfohlene Jahreszeit: Mitte / Ende Mai bis Ende September / Anfang Oktober.


Vorschlag 2.
 
Bozen – St. Michael Eppan – Eislöcher
Vom Ortszentrum St. Michael - Eppan (411 m) aus, wenden wir uns zuerst dem Rathausplatz zu, gehen dann an der Pfarrkirche und am Eisstadion vorbei und biegen schließlich in die Gleifpromenade ein. Durch Buschwald führt der Weg sanft ansteigend hinauf zur Gleifkapelle am Kalvarienberg (555 m; ca 30 Min.). Von hier aus hat man einen herrlichen Blick über das Überetsch. Der Weg führt jetzt weiter über eine Fahrstraße und quer durch Weinberge zum Schloss Moos (525 m), Sitz eines interessanten ethnografischen Museums (geöffnet von Ostern bis Allerheiligen – täglich geführte Besichtigungen). Am Wegkreuz folgen  wir der Markierung „Steinegger", die uns in 20 Min. über eine ansteigende Straße  zum Gasthof  Steinegger (614 m) führt. Hier lassen wir die Obst- und Weinbaugrenze hinter uns und treten in den Wald ein. Weiter gehts in Richtung Eislöcher auf dem Weg 7A. Nach ca. 30 Minuten erreichen wir das Biotop mit dem einzigartigen Naturdenkmal. Schlagartig sinkt die Temperatur um etwa zehn Grad ab. Auch die Natur verändert sich urplötzlich und weicht einer für höhere Lagen typischen Gebirgsflora. Alpenrosen und Blaubeeren, Bergveilchen und andere Gebirgsblumen sind zu sehen.
Die Eislöcher sind kleine Höhlungen in einem Bergsturzgelände, die bis Juni/Juli mit Eis gefüllt sind und aus denen ein kalter Luftzug weht. Wenn die kalte Luft aus den Tiefen der Gand an die Oberfläche tritt und mit warmer Luft zusammenkommt, kondensiert diese und wird zu Eis. Der Ort hat etwas Gespenstisches an sich. Für den Rückweg wählen wir zuerst den Weg 15, dann die Markierung 7 und kommen am Gasthof Stroblhof und an Schloss Englar vorbei. Wir folgen jetzt einem Bewässerungskanal, bis wir an den Ausgangspunkt unserer Wanderung zurückkommen.

Gesamtgehzeit: 2,5 –3 Std.,
Höhenunterschied: St. Michael – Eppan – Kalvarienberg: + 144 m; Kalvarienberg – Steinegger – Eislöcher: + 100 m: Eislöcher – Sankt Michael – Eppan: -  244 m.
Besonders empfohlene Jahreszeit: Mai bis Juni; September bis Oktober. Der Weg ist ganzjährig begehbar.