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Die Rittner Seilbahn mit den atemberaubenden Dolomiten im HintergrundDetail der Kabine der Rittner Seilbahn

Ab auf den Berg

Drei Seilbahnen erkunden den Bozner Talkessel aus der Vogelperspektive. Nachhaltige Mobilität in der Freizeit.
In wenigen Minuten von der Stadt hinaus und hoch hinauf auf die Berge. Das ermöglicht technische Meisterleistung vielerorts seit mittlerweile rund 100 Jahren. Wenige wissen, dass die Wiege dieser Erfindung in Südtirol liegt, bei einem der Pioniere der Seilbahntechnik – Luis Zuegg.

Der findige Unternehmer aus Lana gilt als Vater des Seilbahnwesens. Zuerst baute er eine Materialseilbahn nach Hafling, um rasch Holz ins Tal zu liefern, dann dachte er weiter und fand bahnbrechende technische Lösungen für den Personentransport in luftige Höhen. Er begann damit im Meraner Raum mit der Erschließung von Vigiljoch und Hafling, ging dann über auf die Verbindung St. Ulrich-Seiser Alm und wandte sich schließlich dem Bozner Raum zu, mit dem Bau der Seilbahn nach Jenesien 1936. 

Bozen hat das Glück, gleich drei Seilbahnen zu haben, die vom Talboden (265 m ü. S.) bis auf 1.400 m hinaufbefördern. Der Verzicht auf die viel längere Autofahrt ist vor allem eine Entscheidung im Sinne der Umwelt. Seilbahnen sind ein wichtiger Bestandteil des öffentlichen Nahverkehrs und gehören besonders in Südtirol zum nachhaltigen Mobilitätskonzept. Eine nützliche App hilft Ihnen, sich auf Fahrtzeiten und bequeme Verbindungen einzustellen: www.sii.bz.it/de/app-suedtirol2go 

Der Berg ruft: Klare und frische Bergluft, sonnige Kuppeln, schattige Wälder oder Lärchenwiesen – das erwartet Sie in Jenesien, auf dem Rittner Hochplateau und auf der Bergkuppe von Kohlern. Die Fahrtzeiten betragen wenige Minuten. Die Bergstationen der drei Seilbahnen befinden sich auf 1.000 bis 1.400 m und gewähren monumentale Ausblicke auf die Dolomiten.

Seilbahn Kohlern – die älteste
Eine Zeitreise in die Vergangenheit bietet die älteste Personenschwebebahn der Welt. 1908 in Betrieb gegangen, wurde sie von einem weiteren Südtiroler Pionier der Technik erbaut, dem Bozner Gastwirt Josef Staffler, der mit dieser Art der Fortbewegung lukrative Chancen für den Tourismus witterte. Heute ist die Bahn modernisiert, an der Tal- und Bergstation erkennen Sie aber viele Details aus den Anfängen des Seilbahnbaus und erfahren mehr über die Technik. Eine Kopie der originalen Seilbahnkabine, zu Beginn des 20. Jahrhunderts erbaut, wird bei der Bergstation Kohlern ausgestellt.

Seilbahn Ritten – die zentralste
Die moderne Bahn hat ihre Talstation wenige Schritte vom Bozner Bahnhof entfernt und ist vom Stadtzentrum aus gut zu Fuß erreichbar. Sie verbindet Bozen alle vier Minuten mit Oberbozen. Dort startet die historische Schmalspurbahn bis nach Klobenstein. www.ritten.com 

Seilbahn Jenesien – die zukunftsträchtigste
Die Talstation der Seilbahn befindet sich gegenüber von Schloss Runkelstein am Eingang des Sarntals. Demnächst wird die in die Jahre gekommene Bahn abgetragen und von einer neuen Seilbahn ersetzt, die 450 Personen stündlich auf unveränderter Trasse zwischen Bozen und Jenesien befördern wird, in nur fünfeinhalb Minuten: nur mehr drei statt sieben Stützen, verkürztem Fahrtakt alle 7 bis 15 Minuten, Fernüberwachung, durchdachtes Design. Alt wie neu, die Seilbahn verbindet die Stadt mit dem Hochplateau des Tschögglbergs und dem Dorf Jenesien. Von dort aus starten zahlreiche Wanderungen auf den sagenumwobenen Salten mit seinem einzigartigen Blick auf den Rosengarten. www.jenesien.net