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Nahaufnahme von zwei Weingläsern und Menschenmenge im HintergrundBozner Lauben während der Lorenzinacht am Abend

Warum Wein & Kometenstaub?

Weil die Bozner Lorenzinacht ansteht. Gespräch mit Andreas Berger, Winzer und Präsident des Organisationskomitees.
Weinbegeisterte von nah und fern sollten sich Freitagabend, 9. August 2019 frei halten und früh genug die Koffer für Bozen packen. Das Wein-Highlight des Bozner Sommers lockt in die Altstadt: Von 18 Uhr bis Mitternacht verkosten BesucherInnen die besten Tropfen von rund 20 Bozner Privatkellereien und der Großkellerei Bozen. Allen voran die Rotweine St. Magdalener und Lagrein. Schauplatz sind die Bozner Lauben und der Ratshausplatz. ProduzentInnen kommen mit WeinliebhaberInnen ins Gespräch. Das Freiwillige Schutzkonsortium St. Magdalena überbietet sich jährlich mit ihrer besonderen Selektion, es locken passende gastronomische Spezialitäten, viele Restaurants der Innenstadt bieten eigene Lorenzinacht-Menüs.

Schenkt man der alten Weisheit Glauben, ist der Blick nach dem Sternenhimmel in den Nächten um den 10. August ein Muss. Warum? Die Nacht des heiligen Lauretius ist nämlich dafür bekannt, Sterne vom Himmel fallen zu lassen. Der Sternschnuppenregen tritt tatsächlich fast jedes Jahr auf und hat eine wissenschaftliche Erklärung: Wenn Kometenstaub mit hoher Geschwindigkeit in die Erdatmosphäre eintritt, verglüht er leuchtend. Die Sternschnuppen um diese Zeit stammen vom Kometen Swift-Tuttle, der auf seiner Sonnen-Bahn kleine Teilchen verliert – sein Kometenschweif. Anfang August kreuzt die Erde diesen Meteoritenschweif und sorgt damit für das Sternenspektakel. Das perfekte Himmelszelt für die eine Weinverkostung im Freien, die heuer zum 21. Mal in Bozen erfolgt und als Bozner Lorenzinacht bekannt ist.

Wie hat sich die Lorenzinacht in den letzten 20 Jahren entwickelt?
Sie ist zum Publikumsmagneten geworden. Unser Konzept, neue Jahrgänge vorzustellen und sie mit alten zu vergleichen, ist aufgegangen. Der Fokus auf die heimischen Sorten, auf das breite Spektrum hiesiger Qualitätsweine weckt großes Interesse. Wir haben dem Besucherstrom Rechnung getragen, haben personell aufgestockt und den Gastro-Bereich jährlich ergänzt, Kooperationen mit Restaurants gesucht. Im vergangenen Jahr haben wir in sechs Stunden ganze 5.000 Gläser im Umlauf gehabt.

Was beobachtest du im direkten Kontakt mit den WeinliebhaberInnen?
Der Prokopf-Konsum ist in den letzten Jahren drastisch gesunken, aber dafür ist die Qualität gestiegen, und sie wird honoriert. Eine schöne Entwicklung. Und das nicht nur bei den Wein-Profis, sondern vor allem beim Massenpublikum. Das finden wir vermehrt auch in den ständig ausgebuchten Sommelierkursen in Südtirol. Gut essen und gut trinken ist ein Thema, auch bei den ganz Jungen. Es steht symbolisch für Lebensqualität.

Wie kommst du zur Lorenzinacht?
Ich wurde bei der Gründung vor 21 Jahren als junger Bozner Winzer gebeten mitzumachen und war von der Idee sofort angetan. Beruf und Berufung ist bei mir eins. Wenn’s um die Weinkultur geht, bin ich dabei.

Andreas Berger bewirtschaftet das Weingut Thurnhof im Stadtteil Haslach und ist somit einer der ganz wenigen echten Stadt-Winzer. Als Weinbauer führt er eine 160 Jahre alte Familientradition fort, engagiert sich für Qualitätsweine im Rahmen der Freien Weinbauern Südtirols, der Tirolensis Ars Vini und als Vorsitzender des Vereins „Lorenzinacht“.


Viel Glück auf dem Nachhauseweg, denn bei Schönwetter sieht man den Sternschnuppenregen mit bloßem Auge, auch ohne tief ins Glas geblickt zu haben.


Details zum Programm 2019 finden Sie bald auf unserer Webseite.