Bozner Weine: Aus Familienhand gewachsen
21. April 2026
Bozner Weine: Aus Familienhand gewachsen
224 Familienbetriebe prägen die Identität der Kellerei Bozen und sichern ihre Qualität. Das genossenschaftliche Modell verbindet Tradition, Nachhaltigkeit und wirtschaftliche Stabilität.
340 Hektar Anbaufläche, 224 Mitgliedsbetriebe und eine Jahresproduktion von über drei Millionen Flaschen: Die Kellerei Bozen ist einer der größten Weinproduzenten Südtirols. Ihre besondere Stärke liegt jedoch im genossenschaftlichen Aufbau. „Wir geben unseren Mitgliedern, allesamt Bozner Familienbetriebe, ein Gesicht“, betont Obmann Philipp Plattner. Die Zeiten seien zwar etwas herausfordernder geworden, dennoch könne die Kellerei den Bozner Winzerinnen und Winzern mit einem Jahresumsatz von rund 23 Millionen Euro ein stabiles Einkommen sichern – und so die lokale Weintradition lebendig halten. Zu den Mitgliedern gehört übrigens auch das Verkehrsamt der Stadt Bozen, das über Weingüter rund um die Schlösser Runkelstein und Maretsch verfügt.
Und was wäre die Landeshauptstadt Bozen ohne ihre Rebflächen, die sich über rund 500 Hektar erstrecken? 340 Hektar bester Lagen zwischen 200 und 1000 Metern Meereshöhe werden von den Mitgliedern der Kellerei in Gries, Moritzing, Siebeneich, Missian, St. Georgen, Glaning, St. Magdalena, St. Justina, Leitach, am Ritten und in Karneid bewirtschaftet. „Dass Genossenschaften zu Leitbetrieben werden wie unsere Kellerei Bozen, ist einzigartig und charakteristisch für Südtirol“, betont Plattner. Um Teil des genossenschaftlichen Systems zu sein, verpflichten sich die Mitgliedsbetriebe, sämtliche Trauben anzuliefern und nicht selbst einzukellern. „So gewährleisten wir zugleich eine nachhaltige Produktion“, erklärt der Obmann.
Statt vieler kleiner Kellereien nutzen die Mitgliedsbetriebe eine gemeinsame, hochmoderne Struktur am Standort Moritzing. „Wir verfügen über eine nachhaltige Kellertechnik, in der die Trauben so schonend wie möglich verarbeitet werden“, schildert der Fachmann. Die Hanglage der Kellerei ermöglicht es, weitgehend auf Pumpen zu verzichten und die Gravitation zu nutzen. „Das schafft ideale Voraussetzungen für die Erzeugung hochwertiger Weine“, so der Obmann. Die naturnahe und nachhaltige Produktion ist zwar kostenintensiv, doch das Ergebnis überzeugt: Die Weine der Kellerei werden mittlerweile in 30 Länder exportiert.
Aus den höheren Lagen stammen Weißweine wie Sauvignon und Gewürztraminer, aus mittleren Lagen der St. Magdalener. In tieferen Lagen gedeihen Cabernet und Merlot, während in der Talsohle der Lagrein wächst. Der sonnenverwöhnte Bozner Talkessel bietet ideale Bedingungen für den Weinbau – ein Standortvorteil, den die Kellerei Bozen gezielt nutzt. Die alljährlich im August unter den Bozner Lauben stattfindende „Lorenzinacht“ bietet dem traditionsreichen Betrieb, der seit 1908 besteht, eine willkommene Gelegenheit, Einheimische wie Gäste von der Qualität des bereits bei römischen und deutschen Kaisern geschätzten „Bozner“ Tropfens zu überzeugen.
Mehr Informationen zur Kellerei Bozen sind auf der Homepage https://www.kellereibozen.com/ nachzulesen. Die Kellerei bietet auch Führungen mit Verkostungen (nach Anmeldung).
Bildtext: Sichtlich stolz auf seine 224 Mitgliedsfamilien: Kellerei-Obmann Philipp Plattner.