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Lagrein im Schlossgarten

Wie der junge Winzer Georg Riegler das historische Weingut bei Schloss Maretsch mit Leidenschaft und Verantwortung bewirtschaftet.

Schotterhaltiger Boden, Sonne vom frühen Morgen bis zum späten Abend und die Durchlüftung durch den Sarner Wind: Diese Kombination für besten Rebensaft war bereits im 12. Jahrhundert bekannt. Nicht umsonst wurde rund um den mächtigen Bergfried des Schlosses Maretsch ein Weingut angelegt, das den Ansitz bis heute malerisch umrahmt.

Hier im Auftrag des Bozner Verkehrsamtes den typischen Lagrein anbauen zu dürfen, ist für den jungen Winzer Georg Riegler eine besondere Ehre: „Schon mein Großvater hat das Gut bewirtschaftet. Für mich ist es nun Aufgabe und Verantwortung, diese Tradition mit meiner Familie weiterzuführen“, sagt Riegler.

Für ihn beginnt das Arbeitsjahr nach Martini, sobald die Vegetation ruht und der Rebschnitt starten kann. Danach folgt das „Binden“: Die verbleibenden Fruchtruten werden sorgfältig an Drähte gebunden. Im März zeigt das „Woanen“ („Weinen“) der Rebe, dass die Wurzeln wieder Wasser aufnehmen, der Zellsaft fließt und die Pflanze ihr Wachstum aufnimmt. „An den Schnittstellen treten dann Tropfen aus, die eine desinfizierende Wirkung haben“, erklärt Riegler.

Die Qualität der Trauben wird durch viele Faktoren beeinflusst, die bereits im frühen Wachstumsstadium wirken: Gab es im Winter genügend Wasser? Erfolgt der Austrieb im Frühling langsam genug, um Frostnächte unbeschadet zu überstehen? „Durch gute Pflege, etwa einen gezielten Schnitt und das ‚Schabigen‘ – also das Laubmanagement, das die Luftzirkulation sichert – können wir Winzer einiges beeinflussen. Grundlegend bleibt aber das Terroir, das Zusammenspiel von Boden, Klima und Lage“, betont Riegler. Und das ist im Weinberg rund um Schloss Maretsch ideal: Der junge Winzer produziert hier im Auftrag des Verkehrsamts etwa 17.000 Flaschen Lagrein pro Jahr.

Riegler könnte sich kaum einen schöneren Arbeitsplatz vorstellen als jene zwei Hektar, die mitten in der Stadt die ländliche Prägung Südtirols widerspiegeln. Wenn der Sommer dann noch sonnenverwöhnt ist und der Tanningehalt der vollreifen Trauben steigt, sind die Voraussetzungen für einen optimalen Lagrein geschaffen. „Die Harmonie in unserem Produkt ist dann perfekt, und die Lese Ende September verspricht einen ausgeglichenen und trotzdem kraftvollen Jahrgang.“

Bildtext: Georg Riegler liebt seinen Arbeitsplatz im historischen Weingut bei Schloss Maretsch. Dort produziert er im Auftrag des Bozner Verkehrsamtes auf 2 Hektar etwa 17.000 Flaschen Lagrein pro Jahr.