Persönlichkeiten des Monats: Die Menschen am Markt der Solidarität
28. November 2025
Persönlichkeiten des Monats: Die Menschen am Markt der Solidarität
Der Solidaritätsmarkt, den die Gemeindedienste der Stadt Bozen organisieren, speziell das Amt für Familie, Frauen, Jugend und Soziale Förderung, findet heuer vom 27. November bis zum 23. Dezember statt. Das städtische Verkehrsamt unterstützt den Markt und zeichnet für Logistik, Sicherheit und Werbung verantwortlich.
Man will die Bürgerinnen und Bürger der Stadt und die Besucher des Marktes sensibilisieren und solidarisch die gemeinnützigen Vereine fördern und unterstützen.
Die rund 20 Häuschen bieten ausschließlich typische und charakteristische Weihnachtsprodukte sowie handwerkliche Erzeugnisse an, die direkt von und in der jeweiligen Organisation hergestellt wurden.
Die teilnehmenden Vereine engagieren sich in Projekten zur Prävention und Rehabilitation von Krebspatienten, zur Unterstützung eines Kindergartens für benachteiligte und behinderte Kinder in Rumänien, zur medizinischen und zahnärztlichen Hilfe in Kathmandu, in humanitären Projekten in Afrika, zur Unterstützung autistischer Jugendlicher, zur Betreuung von Migranten und Obdachlosen, zur Suchtprävention und Aufklärung sowie zur Bekämpfung sozialer Armut und zur Förderung der Solidarität im Allgemeinen.
Hier einige Stimmen von Betreiberinnen und Betreibern des Markts der Solidarität:
Luciano Guariento, Vereinigung Julè e Namastè: Was bedeutet es für Sie, am Solidaritätsmarkt teilzunehmen?
Es ist eine großartige Gelegenheit, unsere Organisation und unsere Arbeit vorzustellen. Ich will nicht unerwähnt lassen, dass auch der wirtschaftliche Aspekt für uns sehr wichtig ist. Die Erfahrungen der letzten drei Jahre waren nicht nur wunderbar, sondern haben unsere Erwartungen auch weit übertroffen. Wir machen uns über kleinere Objekte und Bilder, die wir ausstellen, bekannt. Das Interesse ist enorm. Viele Menschen bleiben stehen, stellen Fragen und erzählen von eigenen Solidaritätsinitiativen, die sie oft seit Jahren still im Hintergrund führen. Unser Motto ist es, Brücken zu bauen. Über den Markt haben wir ein Netzwerk wertvoller Menschen geschaffen, das in einigen Fällen zu sehr positiven Entwicklungen geführt hat. Unser Ziel ist es zu vermitteln, dass ein bei uns gekauftes Objekt einen doppelten Wert hat, nämlich für den, der es als Geschenk erhält, und für den, der von dieser bescheidenen Investition profitiert. In anderen Teilen der Welt hat ja alles eine viel größere Bedeutung
Francesca Baldini, Vereinigung Incontriamoci APS, Hilfe bei geistiger Behinderung und Autismus
Die Teilnahme am Solidaritätsmarkt bedeutet für uns nicht nur eine Form der Selbstfinanzierung, sondern bietet unseren Jugendlichen auch die Möglichkeit, sich einzubringen und mit fremden Menschen in Kontakt zu treten. Sie betreiben selber den Marktstand, wenn auch mit unserer Unterstützung. Das bedeutet sehr viel. Sie beweisen sich und anderen, dass sie die von ihnen gefertigten Objekte selbst verkaufen und mit anderen interagieren können, und das trägt zum Abbau von Vorurteilen bei. Es ist eine wunderbare Gelegenheit für sie, soziale Kontakte zu knüpfen und ihre Hemmungen im Umgang mit Fremden zu überwinden. Die Ergebnisse sind erstaunlich. Letztes Jahr haben sie sogar Touristen interviewt und alles ausgewertet. Beim Herstellen der Verkaufsobjekte konnten sie ihre handwerklichen Fähigkeiten erproben, unterstützt von unserer phantastischen Gruppe von Großmüttern, die ihnen geduldig das Nähen und Verpacken der Geschenkartikel beibringen.
Wir möchten daran erinnern, dass die Einnahmen aus dem Verkauf ausschließlich zur Selbstfinanzierung der Organisationen und zur Deckung der Kosten sozialer und humanitärer Projekte verwendet werden dürfen.
Bild: links Luciano Guariento, rechts Francesca Baldini, Courtesy Luciano Guariento und Francesca Baldini