Musik, Kunst und Brauchtum gemeinsam erleben: Haydn Orchester, Museion, lebendige Stadt Leifers
23. Juni 2026
Musik, Kunst und Brauchtum gemeinsam erleben: Haydn Orchester, Museion, lebendige Stadt Leifers
Im Oktober beginnt die Saison 2026/27 der Stiftung Haydn mit einem umfangreichen Programm mit 30 Sinfoniekonzerte in Bozen und Trient, vier Opernproduktionen, dem traditionellen Neujahrskonzert sowie zahlreichen Veranstaltungen in mehr als 30 Orten der Region.
Was zeichnet das Orchester aus? Die Qualität natürlich, die Vielfalt im Programm und bei den Interpreten, man setzt auf einen Dialog zwischen jungen Talenten und renommierten Künstler*innen – und man möchte neben der internationalen Ausrichtung auch das lokale Geschehen nicht übersehen. Ein weiterer Schwerpunkt bleibt die zeitgenössische Musik.
Im Mittelpunkt steht die Idee, etwas gemeinsam zu entdecken. Die Musik soll Künstler und Publikum verbinden. Das Repertoire spannt daher einen Bogen vom 18. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Neben großen Komponisten wie Haydn, Mozart, Cherubini, Mendelssohn, Brahms, Schubert, Schumann, Bruckner, Dvořák, Wagner, Strauss und Schönberg stehen auch selten aufgeführte Werke sowie Komponisten am Programm: François-Adrien Boieldieu, Louise Farrenc, Étienne Nicolas Méhul, Ralph Vaughan Williams, Ermanno Wolf-Ferrari, Francis Poulenc und Paul Hindemith beispielsweise.
Eine besondere Bedeutung kommt der zeitgenössischen Musik zu.
Darüber hinaus werden renommierte Solistinnen und Solisten sowie vielversprechende Nachwuchskünstler auftreten. Wie europäisch die Saison ausgerichtet ist, zeigt sich insbesondere in den Konzerten zum Jahreswechsel; sie stehen unter dem Motto „Seid umschlungen, Millionen!“ und laden zu einer musikalischen Reise durch verschiedene Musikepochen einladen. Das „Konzert für den Frieden“ wiederum ist Ludwig van Beethoven gewidmet, der vor 200 Jahren verstorben ist. Am Spielplan steht seine berühmte 9. Symphonie.
Von der Musik zur zeitgenössischen Kunst: Das Museion eröffnet am 17. Oktober die Ausstellung „TIME“. Sie dauert bis zum 14. März 2027. Es ist der dritte und abschließende Teil der ersten umfassenden europäischen Retrospektive über RAMMELLZEE (1960–2010), eine der einflussreichsten und zugleich rätselhaftesten Persönlichkeiten der New Yorker Kunstszene der 1980er-Jahre. Künstler, Theoretiker, Musiker und Performer – RAMMELLZEE entwickelte eine einzigartige künstlerische Sprache, die Malerei, Skulptur, Schrift, Musik und Performance miteinander verband. Seine Arbeit wurde maßgeblich von den von ihm entwickelten Stilrichtungen des „Gothic Futurism“ und des „Ikonoklast Panzerism“ geprägt.
Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Palais de Tokyo in Paris und dem CAPC Musée d’art contemporain de Bordeaux, wo die ersten beiden Kapitel präsentiert wurden. Bozen ist die einzige italienische Station dieses Projekts und zugleich dessen abschließender Höhepunkt. Während die Ausstellungen in Paris und Bordeaux die Vielfalt seines Schaffens und seines kulturellen Umfelds beleuchteten, konzentriert sich der Teil im Bozner Museion auf einen bislang wenig bekannten, aber zentralen Aspekt seines Lebenswegs: seine Beziehung zu Italien.
In Leifers, nur wenige Fahrminuten von Bozen entfernt, erwartet Genussliebhaber im Oktober eine besondere Verkostung rund um die wichtigste Frucht Südtirols: den Apfel. Im Hofladen Emma können handgefertigte Produkte aus biologischen Äpfeln entdeckt werden. Beim Riechen, Verkosten und Vergleichen verschiedener Aromen offenbart sich die ganze Vielfalt regionaler Spezialitäten – von Konfitüren über Chutneys und Säfte bis hin zu getrockneten Äpfeln. Inhaber der Bolzano Bozen Card profitieren von einem ermäßigten Teilnahmebeitrag von 8 Euro statt 10 Euro.
Ein weiterer Termin, den man sich vormerken sollte, ist der 27. September – ebenfalls in der Stadtgemeinde Leifers. Zum Europäischen Tag des Denkmals, das den Sinn für den Schutz, den Erhalt und die Aufwertung des kulturellen Erbes stärken soll, finden von 11 Uhr bis 16 Uhr zahlreiche Veranstaltungen bei der Kirche in der Fraktion Seit (oberhalb von Leifers) statt. Sie ist dem seligen Heinrich von Bozen gewidmet. Fachkundige Führungen durch die Kirche, eine Ausstellung zur Geschichte des Gotteshauses und zur Verehrung des seligen Heinrich von Bozen, musikalische Darbietungen, Chöre sowie Auftritte von Trachten- und Folkloregruppen bieten die Möglichkeit, einen abwechslungsreichen Tag im Zeichen von Kunst, Kultur und Tradition zu verbringen.
Bild: Leifers, Courtesy Ass. turistica Laives/Thomas Monsorno