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Persönlichkeit des Monats: Giorgio Barchetti 

Giorgio Berchetti ist Grafiker und Illustrator, rund zehn Jahre lang war er aus beruflichen Gründen im Ausland, jetzt ist er in seine Heimatstadt Bozen zurückgekehrt.

Nach meiner Arbeit für große Werbeagenturen und der Gestaltung wichtiger, auch institutioneller Werbe- und Informationskampagnen – etwa zur Aufklärung über AIDS oder zur Prävention von Kopfläusen in Schulen – habe ich mich wieder der künstlerischen und handwerklichen Arbeit mit Papier und Bleistift in meinem eigenen Studio zugewandt und begonnen, Figuren für die Animation zu entwickeln.

War diese Leidenschaft schon seit der Kindheit vorhanden?

Ja, durchaus. Auch wenn ich die Hotelfachschule in Meran besucht habe, wurde mir ziemlich schnell klar, dass das nicht mein Weg ist. Ich habe mich deshalb entschieden, meiner Leidenschaft zu folgen, habe Grafik und Illustration studiert und anschließend in bedeutenden Studios gearbeitet. Dort habe ich Logos für verschiedene große Unternehmen entworfen, habe beispielsweise am Packaging-Design für EuroDisney mitgearbeitet, Projekte für das Olympiastadion in München begleitet und mit großen Illustratoren aus den Disney- und Marvel-Teams zusammengearbeitet.

Aus der anfänglichen Leidenschaft wurde ein Beruf. Das dürfte auch viel Erfüllung und Zufriedenheit mit sich bringen – oder?

Stimmt, auch wenn ich ursprünglich mit Papier und Bleistift gearbeitet habe und heute durch die Technik das Handwerkliche und der künstlerische Aspekt etwas in den Hintergrund rücken. Ich bin 56 Jahre alt und habe diese rasante Entwicklung miterlebt. Dennoch sehe ich, dass es weiterhin Menschen und Unternehmen gibt, die die persönliche Handschrift schätzen, die nur eine von Hand gezeichnete Illustration vermitteln kann.

Wie ist die Idee entstanden, ein Animationsfestival in Bozen zu gründen?

Im Zuge meiner Rückkehr zur analogen Arbeit habe ich eine Figur und einen Animationsfilm entwickelt, den ich an verschiedene Festivals geschickt habe und für den ich auch mehrere Auszeichnungen erhalten habe. Dabei habe ich festgestellt, dass es – mit oder ohne KI – in diesem Bereich eine enorme Dynamik gibt. Mir ist aufgefallen, dass es in Bozen kein Festival gibt, das diese Kunstform würdigt, und ich fand, es wäre schön, ein solches Event zu schaffen. Durch meine langjährige Arbeit als Illustrator habe ich mich mit Kolleginnen und Kollegen ausgetauscht, die mich gleich ermutigt und unterstützt haben. Als wir dann die Jury auf der Website veröffentlicht haben – mit wirklich bedeutenden Namen der Branche –, sind die Einreichungen regelrecht explodiert: Es waren 1600 Filme, aus denen nach intensiver Arbeit 100 ausgewählt wurden.

Wann und wie präsentieren sich die Bolzano Animated Movie Days Bozen?

Das Event beginnt am Donnerstag, 4., und endet am Sonntag, 7. Juni. Wir möchten Kreativität und Innovation im Bereich des Animationsfilms wecken und zeigen. Der Wettbewerb unterteilt die 100 ausgewählten Beiträge in verschiedene Kategorien wie Kurzfilm, Langfilm, Drehbuch, Regie usw.

Die Preisverleihung findet am Sonntagnachmittag statt. Besonders wichtig ist mir jedoch, dass während aller vier Tage an den verschiedenen Veranstaltungsorten – dem Centro Trevi, dem Cineplexx und der UPAD – Begegnungen, Workshops, Gespräche mit internationalen Fachleuten sowie Job-Interviews mit Expert:innen des Studios PFX stattfinden, das auch Talente für seine fünf europäischen Standorte sucht.

Wie soll die Stadt eingebunden werden?

Das Festival soll ein großes Fest für die Stadt sein. Wir alle – unabhängig vom Alter – haben eine Verbindung zur Welt der Animation. Deshalb laden wir alle ein, sich Animationsfilme anzusehen und an den spannenden Vorträgen der Expert:innen teilzunehmen, etwa über visuelle Effekte im Kino, oder aber zur KI-Konferenz unter der Schirmherrschaft der Universität zu kommen. Alle Veranstaltungen und Eintritte sind kostenlos, allerdings ist aus organisatorischen Gründen eine Anmeldung über die Website erforderlich.

Bild: Giorgio Barchetti, Courtesy Giorgio Barchetti