deu

„Tscheagl“ und Vernatsch: Eine überzeugende Kombination

Bäuerin Mali Höller betreibt mit Herzblut und Traditionsbewusstsein ihren Buschenschank hoch über Bozen.

Wenn Mali Höller im Baumannhof in Signat ihre Gäste empfängt, kommen diese nicht selten von weit her: Malis „Schlutzer“, die „Apfelkiachl“ oder das „Tscheagl“ sind in und um Südtirol bekannt und geschätzt. Darauf, dass ihre Küche noch ohne digitalen Schnickschnack auskommt, legt die Bäuerin besonders großen Wert: „Für mich privat mache ich alles noch von Hand und den Schlutzerteig rolle ich auf einem Nudelholzbrett aus, das bereits meine Oma verwendet hat. Anschließend werden sie mit Leinentüchern zugedeckt“, erzählt die lebensfrohe Frau, die untrennbar mit Hof und nebenliegendem Weingut verwurzelt ist. 

Wer sich fragt, was denn ein „Tscheagl“ ist, erhält von Mali eine genaue Antwort: „Das Tscheagl ist ein abgeröstete Blutwurst, die bei uns der Renner ist“. Die Blutwürste werden am Baumannhof traditionell noch selber hergestellt – einmal im Jahr, vor der Törggelezeit, wenn das Schlachten ansteht. Für unseren Newsletter hat Mali ihr Rezept preisgegeben und empfiehlt zum „Tscheagl“ einen Vernatsch, am besten vom eigenen Buschenschank. Denn das mit dem Buschenschank, so betont die passionierte Köchin, ist genauso definiert wie das Rezept ihres „Tscheagls“: „Nur jene Höfe, die über ein Weingut verfügen und dieses auch bewirtschaften, dürfen sich Buschenschank nennen.“ Die dort aufgetischte Kost entspricht dem, was im bäuerlichen Südtirol traditionell zubereitet wurde – in Einklang mit der Natur und den Früchten, die jede Jahreszeit bietet.

Rezept für selbst gemachte Blutwürste:

4 bis 6 Personen

4 l Blut

3 EL Salz

1 EL Pfeffer

halber EL Neugewürz (Piment)

1 Knolle Sellerie, fein gehackt

3 EL fein gehackte Petersilie

ein Viertel l Milch

eine halbe Zwiebel, fein gehackt

3 Knoblauchzehen, fein gehackt

500 g Kreipen (Grieben, die beim Auslassen von Speck zurückbleiben)

Alle Zutaten gut vermengen. Einen großen Schweinedarm putzen, die Blut-Gewürz-Mischung einfüllen und den Darm auf beiden Seiten mit Küchengarn abbinden. Wenn alle Würste fertig sind, in einem großen Kessel mit reichlich Wasser 15 bis 20 Minuten ganz leicht köcheln lassen. Aus dem Wasser nehmen, auf Stangen hängen und im Keller aufbewahren. Die Blutwürste halten etwa 2 Wochen. 

Zum Servieren: 15 Minuten im Wasser leicht köcheln. 

Zur Weiterverarbeitung als Tscheagl (geröstete Blutwurst)

Für 4-6 Personen

2 Blutwürste

1 El fein gehackte Zwiebel

1 TL fein gehackter Knoblauch

1 EL Öl

20 g Butter

Salz und Pfeffer

ein Achtel l Fleischsuppe

1 TL fein gehackte Petersilie

Zubereitung: 30 Minuten

Bildtext: Mali Höller mit ihren weitum bekannten „Schlutzern“, Teigtaschen, die mit Spinat und Quark gefüllt werden. 

Foto: Studio Kostner.

Text: Ursula Pirchstaller.