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Warum der Huck am Bach bis heute begeistert

40-Jahr-Jubiläum: Stephan Filippi, der Chef-Önologe der Kellerei Bozen, blickt auf die Geschichte eines Bozner Unikums zurück.

Seit vier Jahrzehnten steht der Huck am Bach für einen Wein, der untrennbar mit Bozen und den sonnigen Hängen von St. Magdalena verbunden ist. Kaum ein anderes Etikett der Kellerei Bozen spiegelt die Besonderheiten dieses Terroirs so eindrucksvoll wider. Im Gespräch blickt Chef-Önologe Stephan Filippi auf die Entstehung und Entwicklung dieses besonderen St. Magdaleners zurück – eines Weins, der ihn seit seinen Anfängen begleitet.

Wenn die Sonne viele Stunden auf die porphyrhaltigen Hanglagen von St. Magdalena scheint und die Nächte angenehm kühl werden, sind beste Voraussetzungen für einen großen Jahrgang geschaffen. Seinen Ursprung hat der Huck am Bach auf einem der größten geschlossenen Höfe im St.-Magdalener-Gebiet. Die Familie Plattner kelterte den Vernatsch, der gemeinsam mit Lagrein im Mischsatz angebaut wird, zunächst selbst, ehe der Betrieb in den 1980er-Jahren Vollmitglied der damaligen Kellerei St. Magdalena wurde.

„Ich bin mit diesem Wein praktisch aufgewachsen“, erzählt Filippi. Schon als Praktikant füllte der heutige Chef-Önologe den Huck am Bach noch von Hand in den Bocksbeutel – die flachbauchige, typisch fränkische Weinflasche. „In den 1990er-Jahren sind wir dann auf das heutige Etikett umgestiegen“, erinnert er sich.

Von Anfang an etwas Besonderes

Als der Huck am Bach vor 40 Jahren als eigenständige Selektion eingeführt wurde, war das Ziel klar: Das Potenzial der besten St.-Magdalener-Lagen in einem Wein mit unverwechselbarem Charakter zum Ausdruck zu bringen. Von Beginn an standen niedrige Erträge, sorgfältige Handlese und eine strenge Auswahl der Trauben im Mittelpunkt.

Über die Jahrzehnte entwickelte sich daraus einer der bekanntesten St.-Magdalener-Weine Südtirols. Mit der Fusion der Kellereien St. Magdalena und Gries entstand schließlich die heutige Kellerei Bozen – eine Phase, an die sich Filippi noch gut erinnert.

„Der erste Jahrgang in der neuen Struktur war eine heikle, aber spannende Sache. Hier ist die Schlagkraft eine ganz andere als sie in der Kellerei St. Magdalena war. Trotzdem ist es uns gelungen, die Feinheiten dieses Weins zu bewahren und sogar noch weiter zu verfeinern.“

Der Erfolg gibt ihm recht: Heute produziert die Kellerei Bozen jährlich zwischen 100.000 und 120.000 Flaschen Huck am Bach. Die wichtigsten Absatzmärkte sind Südtirol und Süddeutschland.

Reife als Markenzeichen

Ein wesentliches Merkmal des Huck am Bach ist seine Entwicklung über die Jahre. Mit zunehmender Reife gewinnt der Wein an Tiefe und Komplexität. Neben der frischen Frucht entfalten sich feine würzige Noten sowie Anklänge von Kakao, Tabak und mediterranen Kräutern. Gerade dieses Reifepotenzial macht den Huck am Bach zu einem Wein, der weit über den ersten Eindruck hinaus begeistert.

Vier Jahrzehnte Qualität

Vierzig Jahre nach seiner ersten Abfüllung hat sich vieles verändert: Die Weinberge werden heute noch gezielter und nachhaltiger bewirtschaftet, die Arbeit im Keller ist präziser geworden und das Wissen über die einzelnen Lagen hat sich stetig erweitert. Geblieben ist jedoch der Anspruch, die Herkunft des Weins möglichst authentisch im Glas widerzuspiegeln.

Bildtext: Önologe Stephan Filippi zeigt den Huck am Bach, einen Wein, mit dem er seit 40 Jahren eng verbunden ist. (Foto: Ursula Pirchstaller). Text: Ursula Pirchstaller.