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Persönlichkeit des Monats: Roland Buratti

Fünf Jahre lang war er Präsident des Verkehrsamtes der Stadt Bozen: Roland Buratti. Heute blickt der Unternehmer auf seine Erfahrungen, auf Höhen und Tiefen in seiner Arbeit für den Tourismus in Bozen zurück.

Er selbst sagt: „Meine Tätigkeit im Verkehrsamt begann bereits vor zehn Jahren, als Mitglied des Verwaltungsrates. Es war insgesamt eine spannende, Zeit.“

Wie sieht Ihre persönliche Bilanz aus?

Es waren intensive Jahre. Meine erste Amtszeit im Verwaltungsrat war für mich wichtig, um die Mechanismen zu verstehen, nach denen das Verkehrsamt funktioniert. In meiner Funktion als Präsident habe ich versucht, mein Bestes zu geben – sowohl bei der Image-Förderung als auch bei der Verwaltung des Vermögens des Verkehrsamtes. Man sollte es keinesfalls vergessen: Schloss Maretsch beispielsweise, es ist ein Juwel der Stadt mit dem dazugehörigen Weinberg und dem Parkplatz.

Zu den Maßnahmen, die in diesen Jahren umgesetzt wurden, gehörten die Übertragung des Nutzungsrechts an der Unterkunft des Schlosses zugunsten des neuen Sitzes des Konsortiums Südtiroler Wein, die direkte Verwaltung des Parkplatzes sowie die Suche nach einem Landwirt, dem die Pflege des Weinbergs anvertraut wurde. Dies führte zu einer Steigerung der Produktion und der Qualität der autochthonen Lagrein-Trauben. Die gesamte Ernte wird an die Kellerei Bozen geliefert, an der das Verkehrsamt beteiligt ist. Daraus entstand auch der Prozess zur Herstellung eines eigenen Weines unter dem Etikett Castel Maretsch.

Der Kernbereich des Verkehrsamtes liegt weiterhin in der touristischen Vermarktung der Stadt – oder?

Natürlich. Unser größtes Engagement galt stets der Förderung des Images der Stadt und der Betreuung unserer Gäste. Die Ergebnisse bestätigen unsere Arbeit: In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Übernachtungen in Bozen um 70 Prozent gestiegen.

Diese Ergebnisse sind auch das Ergebnis einiger wichtiger Entscheidungen. Wir haben eine neue, stark besuchte Informationsstelle am Kornplatz eröffnet, von der aus auch die Stadtführungen starten. Darüber hinaus haben wir auf Internationalisierung und eine längere Saison gesetzt. Um einige Zahlen zu nennen: 2025 waren die Gäste aus den USA die viertgrößte Besuchergruppe mit kaum weniger Gästen als aus Österreich. Und die Zahl der britischen Gäste hat sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt, jene der asiatischen Gäste und der Gäste aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gar verzehnfacht.

Auch organisatorisch haben wir versucht, die Strukturen weiterzuentwickeln. Wir haben eine Studie durchführen lassen, um aufzuzeigen, in welchen Bereichen Verbesserungsbedarf bestand. Daraufhin haben wir die Personalstruktur, das Rebranding, das Marketing und die Kommunikation neu organisiert. In diesen zehn Jahren haben wir uns außerdem intensiv mit der Nachhaltigkeit unserer Urlaubsregion auseinandergesetzt.

Ist Bozen auch deshalb so attraktiv, weil das Verkehrsamt immer mehr Veranstaltungen direkt anbietet?

Zweifellos, vor allem bei jenen Veranstaltungen, die sich rund um das Thema Wein drehen. Dazu gehört die Wiederbelebung der Weinkost, deren Organisation wir bis mindestens 2027 übernommen haben. Im kommenden Jahr feiert diese traditionsreiche Veranstaltung immerhin ihr 100-jähriges Bestehen. Dazu kommen das Wine Event auf dem Matteottiplatz, die Lorenzinacht und das St. Magdalener Aperitivo. Die Veranstaltungen stoßen jedes Jahr auf ein wachsendes Interesse und eine steigende Beteiligung von Bürgerinnen und Bürgern sowie Gästen.

Wir sind außerdem stolz darauf, in den Klavierwettbewerb „Ferruccio Busoni“ direkt eingebunden zu sein. Wir zeichnen das erfolgreichste junge Talent des Internationalen Klavierwettbewerbs mit dem dritten Preis aus. Das Verkehrsamt ist übrigens Gründungsmitglied des Wettbwerbs.

Und natürlich darf man den Christkindlmarkt nicht vergessen, der sich von anderen Veranstaltungen dieser Art unterscheidet – und von anderen Orten später gern kopiert wurde.

All diese Initiativen haben der Stadt viel Sichtbarkeit verschafft. Worauf sind Sie besonders stolz und was konnten Sie nicht umsetzen?

Ich möchte betonen, dass das Verkehrsamt der Stadt Bozen eine öffentliche Institution ist und daher bestimmten Regeln unterliegt. Ich bin froh über den stets positiven Austausch und die Unterstützung durch die Mitglieder des Verwaltungsrates. Ich freue mich auch darüber, dass wir den Tourismusausschuss für externe Persönlichkeiten geöffnet haben und dass ich von hervorragenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt wurde – allen voran von Direktorin Roberta Agosti. Sie alle haben in diesen Jahren ihr Bestes gegeben und sich in keiner Hinsicht geschont.

Zufrieden bin ich auch damit, wie wir den Prozess des Rebrandings des Verkehrsamtes und des Reiseziels eingeleitet haben, sowie mit der Wiedereinführung der öffentlichen Versammlungen, an denen jeder und jede teilnehmen kann.

Ich hätte mir gewünscht, einen geeigneten Sitz für das Verkehrsamt zu finden. Das ist uns trotz verschiedener Bemühungen und Gespräche bisher leider noch nicht gelungen. Und ich hätte auch gerne noch das neue Etikett Castel Maretsch auf jenen Flaschen gesehen, die wir unseren Gästen als Geschenk überreichen.

Bild: Roland Buratti, Courtesy Elisa Cappellari