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Person des Monats:Serena Volo

Tourism Marketing and Policy: So nennt sich der neue Masterstudiengang an der Freien Universität Bozen, der von der Professorin für Marketing an der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften Serena Volo konzipiert wurde. Das zweijährige postgraduale Studium wird auch von ihr betreut und vollständig in englischer Sprache abgehalten. Das Masterstudium beginnt im akademischen Jahr 2027/28.

Serena Volo, nach Ihren beruflichen Stationen an Universitäten in Europa und den Vereinigten Staaten haben Sie sich für Südtirol entschieden. Warum?

„Das hatte sowohl wissenschaftliche als auch persönliche Gründe. Die Freie Universität Bozen bot ein internationales Forschungsumfeld mit mehrsprachiger Lehre sowie einer kleinen Gruppe von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich mit dem Tourismus beschäftigten. Ein positives Umfeld also – und ich konnte einen Beitrag leisten, um den universitären Standort mit Schwerpunkt Tourismus auszubauen.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist das Land Südtirol ideal dafür, den Tourismus zu untersuchen. Hier können wir unmittelbar beobachten, wie sich die Branche verändert und wie sie mit dem Leben der Bevölkerung, der Landschaft und der lokalen Wirtschaft interagiert. Die Verbindung zum Gebiet ist hier sehr direkt: Forschungsfragen entstehen auch im Austausch mit jenen, die den Tourismus tagtäglich erleben und gestalten. Es ist aber auch die hohe Lebensqualität zu nennen, die für mich eine wichtige Rolle spielt.“

Wenn Sie auf die bisherige Zeit in Bozen zurückblicken: Welche Erfahrungen haben Ihren akademischen Werdegang besonders geprägt, und was hat Ihnen die größte Zufriedenheit bereitet?

„Meine akademische Tätigkeit hat stets Lehre, die Organisation internationaler Konferenzen, wissenschaftliche Forschung und den kontinuierlichen Austausch mit dem Gebiet miteinander verbunden. Zudem war ich Direktorin des Bachelorstudiengangs Tourismus-, Sport- und Eventmanagement, den ich vor etwa zehn Jahren umfassend neu strukturiert habe, um den neuen Herausforderungen der Tourismusbranche gerecht zu werden.

Der Studiengang zieht motivierte, neugierige und ehrgeizige Studierende an. Mit ihnen sind vertrauensvolle Beziehungen und berufliche Verbindungen entstanden, die häufig weit über den Studienabschluss hinaus bestehen bleiben. Es ist schön, ein Mehrwert, viele von ihnen in verantwortungsvollen Positionen in Tourismus oder Sport wiederzufinden und zu sehen, wie sich ihre beruflichen Wege weiterhin mit jenen der Universität und ihres Umfelds überschneiden.“

Mit welchen neuen Herausforderungen rechnen Sie? Und welchen Beitrag möchten Sie zur Ausbildung kommender Generationen leisten?

„Derzeit widme ich mich der Einführung des Masterstudiengangs Tourism Marketing and Policy. Es ist ein komplexes, zugleich aber spannendes Vorhaben, das in einem kontinuierlichen Dialog mit Unternehmen, Institutionen und Akteurinnen und Akteuren der Region entwickelt wird.

Es war entscheidend, die vielen Erfahrungen aufzugreifen, die Herausforderungen zu verstehen und die Überlegungen zu Identität, Werten und zur Rolle des Umfelds aufzugreifen, um das Studienangebot neu auszurichten. Ziel ist es, ein Gleichgewicht herzustellen: Es geht um die Wettbewerbsfähigkeit einerseits, aber andererseits auch darum, Werte zu generieren und die Identität einer Destination zu respektieren.

Diese Aufgaben erfordern einen erheblichen Einsatz an Zeit und Energie, verbunden mit einer langfristigen Perspektive und dem Willen, ein ausgewogenes Studienangebot zu bieten. Es soll gesellschaftliche Veränderungen vorwegnehmen und auf die Bedürfnisse der jüngeren Generationen eingehen.“

Professorin Volo, die Freie Universität möchte die wirtschaftlichen Stärken des Gebiets fördern und zugleich internationale und nachhaltige Perspektiven eröffnen. Ist das auch das Anliegen des Masterstudiengangs Tourism Marketing and Policy?

„Der Tourismus ist ein zentraler Bestandteil der Südtiroler Wirtschaft und eng mit zahlreichen anderen Bereichen verflochten. Die Veränderungen, die wir in den vergangenen Jahren erlebt haben, sind schnell erfolgt und komplex. Deshalb müssen Fachkräfte ausgebildet werden, die das Verhalten der heutigen Gäste umfassend verstehen, die Dynamik der Herkunftsmärkte analysieren und Marketingstrategien entwickeln können, die mit den Grundsätzen eines nachhaltigen Tourismusmanagements im Einklang stehen.

Diese Herausforderungen werden durch den zunehmenden Einsatz künstlicher Intelligenz zusätzlich verstärkt. Daher müssen Marketingstrategien sowie Modelle für das Management und die Entwicklung des Tourismus neu gedacht werden. Gefragt sind innovative und nachhaltige Lösungen, die nicht nur in Südtirol, sondern auch von touristischen Destinationen und Organisationen im nationalen und internationalen Kontext angewendet werden können.

Der Studiengang zeichnet sich durch eine starke internationale Ausrichtung aus. Diese zeigt sich nicht nur in der Unterrichtssprache Englisch, sondern auch in wissenschaftlichen Kooperationen mit Forschenden aus anderen Ländern. Dazu kommen praxisorientierte Workshops, die Theorie und Anwendung miteinander verbinden. Auch können die Studierenden im Ausland Studienaufenthalte absolvieren. 

Kurzum: Die Zukunft des Tourismus erfordert neue Kompetenzen, Offenheit, Weitblick und Verantwortungsbewusstsein.“

Bild: Serena Volo, Courtesy Serena Volo